Spitzen-Gespräch «Gesunde Emotionen»

Teil 2: Unsere Primär-Emotionen und der «Globe of Emotions®»

· 4 Min Lesezeit

In dem ersten Teil meiner Blogreihe zum Thema «Gesunde Emotionen» ging es um die Frage: Was sind Emotionen und welchen Stellenwert haben sie für unsere Entscheidungen und (nicht nur damit) für unser Leben. Außerdem habe ich den Emotiophant und die Ratiomeise vorgestellt. Unter diesem Link können Sie den Text gerne noch einmal einsehen.
https://www.dr-med-sperlich.de/news/blog/detail/spitzen-gespraech-gesunde-emotionen-teil-1-was-sind-emotionen/

Heute geht es um die Frage, welche Emotionen es grundsätzlich gibt. Hierzu bestehen die unterschiedlichsten Theorien. Christoph Theile, Leiter der EQting-Akademie und ich bauen v.a. auf den Ansatz von Paul Ekman auf, welcher durch seine Forschungen in der 70er Jahren zum Thema Emotionen und nonverbale Kommunikation bis heute als einer der bedeutendsten Experten auf diesem Gebiet gilt. In dem vorangegangenen Blog schrieb ich über seine Ergebnisse hinsichtlich Emotionen und Mimik. Heute möchte ich über die 7 Primär-Emotionen informieren, welche er bereits vor vielen Jahren unterschied und die wir in unserem Modell in:

Freude, Zorn, Furcht, Trauer, Ekel, Verachtung und Erstaunen

übersetzt haben.

Christoph Thiele, das EQting-Team und ich haben in den letzten 8 Jahren intensiver Arbeit den «Globe of Emotions®» entwickelt, der die Primär-Emotionen in ihrem Zusammenhang anordnet und die dahinterliegenden Bedürfnisse zuordnet.

«Globe of Emotions®» by Christoph Theile

Der «Globe of Emotions®» ist ein dreidimensionales Modell in Form einer segmentierten Kugel, welches erlaubt, emotionale Zustände einzuordnen und dahinterstehenden Bedürfnissen zuzuordnen. Ausgeklappt ergibt sich ein 7-armiger Stern. Durch die Anordnung werden die von uns gefundenen Zusammenhänge der einzelnen Emotionen nachvollziehbar. Der «Globe of Emotions®» hilft uns so als übersichtliches und effektives Tool, unsere Emotionen zu erkennen, einzuordnen und aktiv zu nutzen.

  
Dies geschieht in drei Schritten:
1) Einordnung: «Ok, ich habe jetzt dieses Gefühl, welches sich aus dieser einen Emotion oder folgender Kombination aus Emotionen zusammensetzt. Wie ist mein Emotiophant gerade drauf?».
2) Zuordnung: «Welche Bedürfnisse stehen dahinter, was will mein Emotiophant damit erreichen
3) Aktivierung: «Passen die Emotionen zur Situation, bzw. welche Emotionen kann ich jetzt gezielt aktivieren, um dieses Bedürfnis günstig zu erfüllen?» Hier arbeiten Ratiomeise und Emotiophant zusammen.
 

Kurzum: Welche Emotion ist gerade aktiv, warum ist sie aktiv (also welchem Zweck dient sie ursprünglich) und was ist nun konkret mein Weg, um wieder in einen ausgeglichenen Zustand zu kommen?


Die auf dem Globe of Emotion ® basierende Methode bietet eine praktische Anleitung um zu erlernen, konstruktiv mit seinen Emotionen umzugehen und sie für unser Wohlbefinden und unsere Ergebnisse gezielt einzusetzen. Diesen Aspekt werde ich in meinem letzten Blogbeitrag dieser Reihe explizit erklären.

 

Unsere These ist: für eine nachhaltige Wirksamkeit brauchen wir Kompetenz in allen Emotionen, um für die verschiedenen beruflichen und privaten Situationen unseres Alltags gerüstet zu sein. Unser neurologisches System kann aktiv zwischen den emotionalen Zuständen umschalten, wenn wir die Bedingungen verstehen.

Der amerikanische Pionier der Emotionsforschung sagte vor über 100 Jahren:
«Unsere stärkste Waffe gegen Stress ist die Fähigkeit, den einen Gedanken dem anderen vorzuziehen.“ Dr. William James
 

Mit Hilfe unseres heutigen Wissens, dem Modell des «Globe of Emotions ®» und der zugeordneten Erkenntnisse leite ich daraus ab:

„Das beste Mittel, wirksam und vital zu sein, ist unsere Fähigkeit, eine Emotion der anderen vorzuziehen. Und diese Fähigkeit ist effektiv erlernbar.“

Wenn wir Emotionen bewusst und aktiv benutzen, hat dies einen großen Einfluss auf verschiedene Bereiche der zwischenmenschlichen Ebene.

Ganz konkret verbessert sich das Verständnis der Gefühle und Reaktionen von uns selbst und unseres Gegenübers und hat Wirkung auf unsere Kommunikation. Die Kenntnis emotionaler Bedingungen lässt uns die Dynamik menschlicher Interaktion z. B. in Verhandlungen früher erkennen. Die gezielte Aktivierung unserer Emotionen schließlich hilft uns, die Mechanismen von dysfunktionalen Prozessen auf eine neue Art zu lösen.

 

Wie Sie diese Kompetenz erlangen können, erfahren Sie in dieser Blog-Reihe.

Sie möchten mehr über Ihre Emotionen erfahren? Wir haben im Rahmen der EQting-Academy einen 12-teiligen Online-Kurs „Gesunde Emotionen" kreiert, in welchem Sie die 7 Basis-Emotionen und deren Hintergründe kennen lernen. Erfahren Sie, wie Sie «Gesunde Emotionen» privat als auch beruflich in Ihren Alltag integrieren können.

Wir freuen uns auf Sie.

https://digitalewelt.spitzen-praevention.com/gesunde-emotionen/